Verbraucher in Deutschland achten auf den Preis. Wenn ein Produkt billig ist, dann finden wir das gut. Und kaufen das. Genau das wissen auch die Werbeagenturen. Und geben sich daher alle Mühe, in den von ihnen kreierten Anzeigen das von ihnen beworbene Produkt möglichst günstig dastehen zu lassen. Wie zum Beispiel bei der Laktase-Tabletten-Marke „Lactrase“, die angeblich das „beste Preis-Leistungsverhältnis“ bietet.

Laktase-Tabletten helfen den Körpern von Laktose-intoleranten Menschen dabei, den Milchzucker in laktosehaltigen abzubauen. Das bringt ein ordentliches Stück Lebensqualität zurück, weil man wieder unbeschwert im Restaurant essen oder im Café einen Latte Macchiato trinken kann. Für diese Lebensqualität sind Menschen mit Laktose-Intoleranz (ich gehöre auch dazu) gerne bereit, ein paar Euro auszugeben.

Im Fall von Lactrase: 9,45 Euro. Für den in der Anzeige beworbenen Klickspender mit 60 Tabletten á 5000 FCC-Einheiten. Diese Einheiten stellen den Wirkungsgrad der Tabletten dar. Je höher die Zahl, desto mehr Laktose kann eine einzelne Tablette im Körper spalten. Dieser Wert ist also wichtig, um die Preise zu vergleichen. Genau das habe ich getan.

Lactrase
60 Tabletten á 5000 FCC-Einheiten für 9,45 € = 3,15 Cent je 1.000 FCC-Einheiten
altapharma Laktase-Tabletten von Rossmann
100 Tabletten á 2500 FCC-Einheiten für 6,95 € = 2,78 Cent je 1.000 FCC-Einheiten
Das gesunde Plus Laktase-Tabletten von dm
100 Tabletten á 4000 FCC-Einheiten für 7,95 € = 1,99 Cent je 1.000 FCC-Einheiten

Nanu? Auf jeweils 10.000 FCC-Einheiten berechnet bietet Lactrase ja gar nicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis! Doch Moment, hinter der Behauptung steht ja noch ein Sternchen. Am unteren Rand der Anzeige heisst es da winzig klein in schwarz auf dunkelblau:

Preis je 1.000 FCC-Einheiten im Vergleich zu Präparaten im Klickspender mit höchstens der gleichen Anzahl Tabletten je Packung bezogen auf die UVP. Stand 10.2013.

Nun. Wenn das so ist. Dann stimmt der Vergleich natürlich wieder.