Vorneweg: Ja, ich bin freier Mitarbeiter des SWR. Das bedeutet: Das Geld, das regelmäßig auf meinem Konto landet, würde nicht auf meinem Konto landen, wenn es den „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“ (formerly known as GEZ) nicht gäbe. Ich bin Fan und Befürworter der meisten Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Aber was ich vor Kurzem mit dem Beitragsservice erlebt habe, ließ mich mit dem Kopf schütteln.

Anfang des Jahres ist in meiner WG eine Mitbewohnern aus- und eine neue eingezogen. Ausgezogen ist die Mitbewohnerin, die bisher dafür sorgte, dass der Beitragsservice unseren gemeinsamen Rundfunkbeitrag erhielt. Also füllte ich auf der Website des Beitragsservice‘ das Formular für die „Anmeldung einer Wohnung“ aus. Unter Schritt 3 des Formulars „Zahlungsweise“ entschied ich mich für die Zahlung in der Mitte eines Dreimonatszeitraums durch Lastschrift von meinem Konto. Das ist die entspannteste Zahlungsweise, dachte ich. Dachte ich.

Anfang Mai lagen in unserem WG-Briefkasten zwei Kuverts. Einer adressiert an mich, einer an meine neue Mitbewohnerin. Die hatte inzwischen gemeldet, dass sie mit mir unter einem Dach wohnt und dementsprechend zu meiner Beitragsabbuchung dazu gehört. Absender bei beiden Briefen: Der Beitragsservice. In den Kuverts zweimal der identische Inhalt – da hätte man auch 60 Cent vom Rundfunkbeitrag einsparen können. Eine Zahlungsaufforderung über rückständige Rundfunkbeiträge in Höhe von 53,94 Euro. Zwei Absätze weiter unten dann noch dieser Satz: „Künftig erhalten Sie keine Zahlungsaufforderung mehr, wenn das Beitragskonto einen Rückstand aufweist. Die Rundfunkbeiträge setzen wir dann jeweils per Gebühren-/Beitragsbescheid fest, mit dem ein Säumniszuschlag erhoben wird.“ Hossa.

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Ich wunderte mich, hatte ich doch dem Lastschriftverfahren zugestimmt. Dieses Missverständnis wird sich doch bestimmt in einem kurzen Telefonat beseitigen lassen, dachte ich. Dachte ich. Es ist nämlich so, dass der Beitragsservice leider nur über eine kostenpflichtige 0185-Rufnummer erreichbar ist. Diese Sonderrufnummern wurden bei unserem WG-Anschluss aber von früheren Bewohnern gesperrt. Also schrieb ich eine schnelle Mail mit der Bitte, mich zur Klärung kurz auf dem Handy anzurufen.

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Dieser Anruf erfolgte auch einige Tage später. Leider saß ich da jedoch gerade in einer Vorlesung. Ein Rückruf auf der angezeigten Kölner Festnetznummer brachte nichts. Bei mehreren Versuchen ertönte immer nur das „Besetzt“-Zeichen. Diese Nummer scheint ausschließlich dafür gemacht zu sein, anzurufen, nicht aber, um angerufen zu werden.

Nochmal einige Tage später. Ein neues Kuvert in unserem WG-Briefkasten. Wieder Post vom Beitragsservice. Darin: „Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Telefonisch waren Sie leider nicht erreichbar.“ Für die Lastschrift fehle noch eine Unterschrift von mir. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Nachdem der Beitragsservice also ein einziges Mal versucht hatte, mich anzurufen, antwortete er auf meine Mail per Brief. Obwohl er meine Mail-Adresse hatte. Da hätte man nochmal 60 Cent vom Rundfunkbeitrag einsparen können.

Tipp an die Volkshochschule Köln: Bei euch fehlt ein Kurs, der die Funktion des „Antworten“-Buttons in Mailprogrammen erklärt.

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