o2 versucht seine Mobilfunk-Kunden neuerdings mit einem kleinen Reisebonbon zu locken. Jeden Monat sind im Vertrag zwischen 50 und 500 MB Surf-Volumen im Ausland inklusive. Das reicht nicht, um jeden Tag drei Stunden Katzen-Videos bei YouTube zu schauen. Aber für das Nutzen von Facebook und WhatsApp würde dieses Volumen wohl genügen. Ein feiner Schachzug des neuerdings größten Mobilfunkanbieters in Deutschland. Aber so toll, wie die Werbung verspricht, ist das Angebot leider doch nicht.

„Damit du dein Smartphone auch auf Reisen nutzen kannst wie zu Hause, ist bei o2 jetzt Surfen im Ausland immer inklusive“, verspricht der Werbeclip. Dazu gibt es schöne Bilder von exotischen Märkten, abenteuerlichen Tauchgängen und einsamen Seen. Aber Vorsicht: Wer beim Werbespruch „Surfen im Ausland ist jetzt immer inklusive“ vor Freude gleich anfängt, die Koffer zu packen, sollte erst noch einmal seinen Vertrag überprüfen.

Genau das habe ich getan. Die Tarifübersicht auf o2.de klärt auf: „Immer inklusive“ bedeutet eigentlich „eine bestimmte Datenmenge ist in bestimmten Verträgen inklusive“. Je nach Vertrag sind es zwischen 50 und 500 MB. Bei meinem Vertrag („o2 Blue All-In M“) wären es 50 MB. Aber Vorsicht: Wer nach dieser Info aus der Tarifübersicht vor Freude beginnt, die Koffer zu packen, sollte erst noch einmal seinen Vertrag überprüfen.

Genau das habe ich getan. Meine Vertragsdetails im Kundenportal offenbaren: Hier ist nichts zu lesen von 50 MB im Ausland. Die könnte ich mir als „Day Pack“ für 1,99 € jeweils einzeln buchen, wenn ich im Ausland ganz dringend surfen muss. „Immer inklusive“ ist irgendwie etwas anderes.

Ich habe dann noch bei der Kundenhotline angerufen. Vielleicht muss man das Angebot ja erst freischalten. Hier erfahre ich aber: „Surfen im Ausland ist immer inklusive“ gilt nur für Verträge, die nach dem 8. April 2014 abgeschlossen wurden. Ich bin „leider“ schon lange Jahre Bestandskunde und werde somit benachteiligt. Die durchaus nette Dame an der Kundenhotline bringt einen wahrscheinlich im Kommunikationstraining gelernten Vergleich. Das sei wie bei einem Fernseher. Der wäre beim Kauf auch teuer, und würde in der Folgezeit dann im Laden immer billiger. Als ich lache, gibt sie zu: „Ja, ein etwas unpassender Vergleich“.

„Bei o2 ist jetzt Surfen im Ausland immer inklusive.“ Diese Aussage mag rein rechtlich betrachtet keine Lüge sein, irreführend ist sie aber allemal. Aber gut, „Für alle Neukunden gibt es jetzt ein paar MB im Monat fürs Surfen im Ausland inklusive“ würde einfach vom Gefühl her nicht dazu passen, nackt in einen norwegischen Teich zu springen.